Fly & Froth
10. August 2026·von Mehmet Genco·7 Min Lesezeit

Visitenkarte: Welche Standardgröße & Formate gibt es?

Die meisten Druckereien listen ein Dutzend Formate – dabei trifft die große Mehrheit aller Bestellungen dieselbe Entscheidung: 85 × 55 mm, Querformat, fertig. Was dahintersteckt, warum das so ist und wann ein Sonderformat wirklich lohnt, erklärt dieser Artikel.

Auf einen Blick

Welche Standardgröße hat eine Visitenkarte in Deutschland?

Das Standardformat in Deutschland (und weiten Teilen Europas) ist 85 × 55 mm im Querformat – identisch mit dem Scheckkartenformat. Es passt in jedes Portemonnaie-Kartenfach und in alle gängigen Visitenkartenetuis. Eine verbindliche DIN-Norm existiert dafür nicht; das Format hat sich rein praktisch durchgesetzt.

Verschiedene Visitenkartenformate nebeneinander: Standard 85×55 mm, Quadrat, Falzkarte – Fly & Froth

Warum ausgerechnet 85 × 55 mm?

Das Maß stammt nicht aus einem Normenausschuss, sondern aus dem Portemonnaie. Die Scheckkarte ist in der ISO 7810 als Format ID-1 mit 85,60 × 53,98 mm festgelegt – jedes Kartenfach, jedes Etui und jeder Kartenhalter der Welt ist auf diese Größe gebaut. Visitenkarten haben sich schlicht daran angelehnt und dabei ein paar Zehntelmillimeter Luft nach oben genommen: 85 × 55 mm.

Der Effekt ist banal und genau deshalb so stabil: Eine Karte, die ins Fach passt, wird eingesteckt. Eine Karte, die übersteht, knickt an der Ecke – und eine geknickte Karte fliegt weg. Wer über ein Sonderformat nachdenkt, entscheidet in Wahrheit über die Frage, ob die Karte aufbewahrt oder weggeworfen wird. Welche Gestaltungsentscheidungen darüber hinaus über die Aufbewahrung entscheiden, zeigen wir in Visitenkarten, die im Gedächtnis bleiben.

Visitenkarten-Formate im Überblick

FormatMaßeVerbreitungKartenfach
Standard, Querformat85 × 55 mmDeutschland, Österreich, Schweiz, EUpasst
Standard, Hochformat55 × 85 mmdieselbe Fläche, gedrehtpasst
Scheckkarte (ISO 7810 ID-1)85,6 × 54 mmweltweitpasst exakt
Schmales Querformat90 × 50 mmim DACH-Raum als Alternative angebotenmeist knapp
US-Format89 × 51 mm (3,5 × 2 Zoll)USA, Kanadaklemmt in EU-Etuis
Japanisches Meishi91 × 55 mmJapanzu breit
Quadratisch klein55 × 55 mmKreativ- und Modebranchepasst nicht
Quadratisch groß65 × 65 mmKreativ- und Modebranchepasst nicht
Falzkarte quer85 × 55 mm geschlossen, 170 × 55 mm offenMini-Portfoliopasst
Falzkarte hoch85 × 55 mm geschlossen, 85 × 110 mm offenKlappkartepasst

Wir drucken standardmäßig Querformat (85 × 55 mm), Hochformat (55 × 85 mm), quadratisch (55 × 55 mm) und Scheckkarte (85,6 × 54 mm) – die vollständige Konfiguration mit Papier und Veredelung steht auf der Produktseite Visitenkarten konfigurieren.

Sonderformate: wann sie sich lohnen, wann sie stören

Ein abweichendes Format ist kein Selbstzweck, sondern ein Tausch: Sie kaufen Aufmerksamkeit und bezahlen mit Handhabung. Drei ehrliche Regeln aus der Praxis:

  • Hochformat (55 × 85 mm) ist der risikoloseste Ausbruch. Gleiche Fläche, gleiche Kosten, gleiche Tasche – nur die Leserichtung ändert sich. Es zwingt zu einer klaren Hierarchie, weil nebeneinander kaum Platz ist. Gut für Fotografen, Coaches, Architektinnen.
  • Quadratisch (55 × 55 oder 65 × 65 mm) fällt am stärksten auf und passt am schlechtesten. Sinnvoll, wenn die Karte ohnehin in einer Mappe, an einem Produkt oder in einer Tüte landet – nicht, wenn sie auf Messen im Stehen getauscht wird.
  • Runde Ecken, Stanzformen, extra breite Karten kosten Aufpreis und Produktionszeit. Sie wirken nur, wenn der Rest stimmt: Ein Sonderformat auf dünnem Papier wirkt nicht mutig, sondern billig.

Für alle, die auch international unterwegs sind: Das US-Format ist mit 89 × 51 mm breiter und flacher als das europäische. Wer beides bedienen will, bleibt bei 85 × 55 mm – die europäische Karte passt in US-Etuis, umgekehrt gilt das seltener.

Falzkarten: doppelte Fläche, gleiche Tasche

Die Falzkarte ist der einzige Weg, mehr Fläche zu bekommen, ohne das Taschenformat aufzugeben. Geschlossen bleibt sie bei 85 × 55 mm, aufgeklappt hat sie 170 × 55 mm (quer gefalzt) oder 85 × 110 mm (hoch gefalzt) – also die doppelte Gestaltungsfläche bei identischem Handling.

Das lohnt sich, wenn eine Karte zwei Aufgaben hat: außen Name und Kontakt, innen eine Leistungsübersicht, eine Terminkarte, ein Treuestempel-Feld oder ein QR-Code mit Erklärtext. Für Friseure, Kosmetik, Physiotherapie und Handwerk ist die Innenseite als Terminfeld oft der eigentliche Grund für die Karte. Zu bedenken: Falzkarten brauchen mehr Papierstärke als eine einlagige Karte am Falz verträgt – hier wird gerillt, nicht einfach gefalzt.

Vom Format zur Druckdatei

Das gewählte Format ist das Endformat. Die Datei muss größer sein:

  • Beschnittzugabe: 3 mm rundherum. Aus 85 × 55 mm wird ein Datenformat von 91 × 61 mm. Hintergrundflächen laufen bis an diese Außenkante, damit nach dem Schneiden kein weißer Rand stehen bleibt – ausführlich in Beschnitt und Beschnittzugabe erklärt.
  • Sicherheitsabstand: mindestens 3–5 mm nach innen. Alles, was näher an der Kante steht – Telefonnummern, Logos, Rahmen –, wirkt bei üblicher Schneidtoleranz schief.
  • Auflösung: 300 dpi im Endformat, also rund 1004 × 650 Pixel für eine Standardkarte.
  • Farbraum: CMYK, nicht RGB. Warum Bildschirmfarben im Druck anders aussehen, erklärt CMYK vs. RGB im Druck.

Welches Papier zum Format passt

Format und Papier hängen zusammen: Je kleiner die Karte, desto stärker fällt eine zu dünne Grammatur auf. Unser Standard sind 350 g/m² matt oder glänzend laminiert, darüber 400 g/m² Naturpapier (ungestrichen, beschreibbar) und 600 g/m² Premium mit sichtbarer Kante. Unter 250 g/m² sollte keine Visitenkarte liegen. Die Zusammenhänge zwischen Grammatur, Oberfläche und Wirkung stehen im Beitrag Papiergewicht und Papiersorten, die Veredelungsfrage – Soft-Touch, Spot-UV-Lack, Heißfolie – in Druckveredelung: wann lohnt sie sich.

Format steht – wer macht das Layout?

Das Format ist die einfachste Entscheidung des Projekts. Die schwierige kommt danach: Was steht auf knapp 47 cm² Fläche, in welcher Hierarchie, in welcher Schrift, in welchem Abstand.

Genau das ist unsere Arbeit. Das Visitenkarten-Layout erstellen lassen kostet bei Fly & Froth 49 € – beidseitig, mit 2 Korrekturrunden und druckfertiger PDF/X-Datei, in jedem der oben genannten Formate. Den Druck übernehmen wir im Anschluss zu Mengenpreisen: 100 Stück 49 €, 500 Stück 69 €, 1.000 Stück 85 €. Wer noch kein sauberes Zeichen für die Karte hat, kombiniert das Logodesign ab 79 € direkt mit; wie der Ablauf konkret aussieht, steht in Visitenkarten erstellen lassen und im Druckprodukte-Katalog.

Visitenkarten-Design anfragen – 49 €, Format Ihrer Wahl · Schreiben Sie kurz, welches Format Sie im Kopf haben und was auf die Karte soll. Sie bekommen eine Einschätzung, ob das Format zu Ihrer Verteilsituation passt – auch wenn die Antwort „bleiben Sie beim Standard" lautet.

FAQ: Druck

Ist 85 × 55 mm eine DIN-Norm?

Nein. Für Visitenkarten gibt es weder eine nationale DIN-Norm noch eine EU-Norm. Das Format 85 × 55 mm hat sich schlicht deshalb etabliert, weil es dem Kreditkartenformat (ISO 7810: 85,6 × 54 mm) sehr nahekommt und damit in alle Kartenfächer passt.

Welche Formate passen in ein normales Portemonnaie?

Sicher ins Kartenfach passen 85 × 55 mm und 85 × 54 mm. Das US-Format 89 × 51 mm ist etwas breiter und klemmt in manchen europäischen Etuis. Quadratische Karten (z. B. 55 × 55 mm oder 65 × 65 mm) passen in der Regel nicht in Kartenfächer.

Was kostet das Design einer Visitenkarte beim Profi?

Bei Fly & Froth kostet das Visitenkarten-Design 49 €. Wer gleichzeitig ein Logo braucht, spart mit dem Marken-Startpaket ab 169 € (Logo mit 2 Vorschlägen + Visitenkarte + Stempel – einzeln würde das 197 € kosten).

Wann lohnt sich eine Falzkarte statt einer normalen Visitenkarte?

Falzkarten sinnvoll sind, wenn Sie mehr Informationen unterbringen möchten – etwa ein Mini-Portfolio, eine Leistungsübersicht oder einen QR-Code mit Erklärtext. Aufgeklappt hat eine Standard-Falzkarte im Querformat 170 × 55 mm Fläche, geschlossen bleibt sie bei 85 × 55 mm und passt damit ins Portemonnaie.

Welche Auflösung brauche ich für den Druck?

Für das Format 85 × 55 mm bei 300 dpi benötigen Sie eine Datei von ca. 1004 × 650 Pixel (Nettofläche). Druckereien verlangen üblicherweise einen Beschnittrand von 3 mm rundherum, was die Datei auf ca. 1075 × 720 Pixel vergrößert (Datenformat 91 × 61 mm). Immer als CMYK anlegen, nicht RGB.

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VISITENKARTE GESTALTEN

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